Aktueller Hinweis zur Aktion Weihnachten im Schuhkarton

Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher unserer Homepage!

Seit Veröffentlichung meiner Stellungnahme zur Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" des Vereins Geschenke der Hoffnung haben uns sehr viele Rückmeldungen erreicht. Die Reaktionen reichen von Lob und Dank bis hin zu Vorwurf und Drohung.

Der aktuelle Artikel ist ausführlicher geworden als die Stellungnahmen der vergangen Jahre: Ich habe mich darum bemüht, sorgfältig zu recherchieren und auch die Einwände und die guten Gespräche, die ich mit dem Geschäftsführer des Vereins "Geschenke der Hoffnung" führen konnte, mitzuberücksichtigen. Dass wir als Erzdiözese trotz der guten und intensiven Gespräche zu einer kritischen Abschlussbewertung kommen, mag der eine oder die andere bedauern. Wir halten aber unsere Bedenken für wichtiger und richtiger.

Viele, die unsere Zurückhaltung teilen können, fragen nun ratlos nach alternativen und Verhaltenstipps. Dabei kommt immer wieder zur Sprache, dass Menschen, die vielleicht seit Jahren für diese Aktion einstehen, z.T. sehr massiv alle Kritik abwehren und Vorwürfe erheben, man sei ja nur neidisch oder man würde den Kindern keine Freude gönnen.
Dies ist natürlich nicht richtig, zeigt aber, wie hoch emotional die Auseinandersetzung erfolgen kann. Daher seien noch einige Hinweise genannt:

  • Die Aktion wird von Eltern und Kindern sehr gerne angenommen, weil man hier sehr konkret etwas tun kann, die Aktion mit relativ wenig Aufwand ein maximales Ergebnis erzielt und dabei gerade für Kinder begreifbar und nachdrücklich ist. Dies in Frage zu stellen, ist schlichtweg unsinnig.
  • Es gibt aber andere Kritikpunkte, die es unserer Meinung nach durchaus zu bedenken gilt. Neben die im Artikel genannten sei zur Verdeutlichung noch einmal gesagt, dass die 6 €, die zu jedem Päckchen erbeten werden, bei ca. 400.000 gepackten Päckchen des letzten Jahres eine nicht unerhebliche Summe ausmachen, die man zur nachhaltigen Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort hätte verwenden können.
  • Aktionen wie die der Spielwarenkette Spielemax in Berlin durchführt, müssen wohl als grenzwertig eingeschätzt werden. Konkret bietet die Firma fertig gepackte Päckchen im Wert von 20,- € an, die man dort erwerben kann. Spielemax übernimmt dann die jeweilige Spendensumme von 6,- € (vgl. unten).
  • Für alle Seiten ist es bereichernd, wenn man über die unterschiedlichen Auffassungen ins Gespräch kommt. Wichtig dabei ist, die Ansichten und Positionen des Anderen erst einmal anzuhören und als dessen Position zu akzeptieren, statt einfach nur zu bekämpfen.
  • Die Chance besteht darin, einmal darüber nachzudenken, welchen konkreten Stellenwert die Hilfe für die Armen, Unterdrückten und Entrechteten in meinem Leben hat.
  • Aber auch die Frage nach meiner religiösen Einstellung spielt eine Rolle, wenn man berücksichtigt, dass der Verein Geschenke der Hoffnung sich ausdrücklich nicht als Hilfswerk, sondern als Missionswerk bezeichnet.

Eine gute Idee, die sich in den letzten Jahren mehrfach bewährt hat, sei schließlich noch weitergegeben:

Vielleicht kann man ja die Aktion in dem Sinne durchführen, dass mit den Kindern und Jugendlichen "Päckchen" gepackt werden, die dann aber den sozial-charitativen Einrichtungen bei Ihnen vor Ort zu Gute kommen. Aus Erfahrung wissen wir, dass sich Frauenhäuser, Kinderheime und andere Einrichtungen sehr darüber freuen, wenn man ihnen Kleidung, Spielwaren oder Dinge für den Alltag zukommen lässt. Gerade in einer Zeit, wo der Sozialabbau in unserem Lande immer weiter voranschreitet, werden diese Hilfen immer wichtiger. Da dabei die Logistik auf ein Minimum reduziert werden kann (aus ökologischer wie ökonomischer Sicht sinnvoll),  Fragen von Verteilungsgerechtigkeit und kulturellen Problemen nicht auftauchen, würde das eine Lösung sein, die allen Seiten hilft. Wenn man dann die 6 € (es dürfen natürlich auch mehr sein) z.B. einem internationalen Hilfswerk zukommen ließe, wo die nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe gewährleistet ist, kann man viele gute Dinge leisten. Im Übrigen wäre diese Aktion nicht auf die Weihnachtszeit begrenzt .....

Axel Seegers

Aus der Homepage von Spielemax:

 

Spielemax - Beispiel

 



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