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Zum Begriff "S E K T E" „Die unterschiedliche Herkunft
und der unterschiedliche Gebrauch des Begriffs Sekte macht seine Verwendung,
außer in klar umschriebenen Zusammenhängen (etwa theologisch
oder religionswissenschaftlicher Art), sehr problematisch.
Der Begriff „Sekte“ kommt aus dem Lateinischen („secta“) und bedeutet so viel wie Schule, Lehre oder Partei. Es ist das Substantiv, das sich vom lateinischen Verb sequi „nachfolgen“ ableitet. Die häufig verwendete Ableitung von lateinisch "secare" (trennen, abschneiden) ist etymologisch nicht korrekt, hat aber die umgangssprachliche Verwendung des Wortes Sekte stark geprägt. Umgangssprachlich verstehen
die meisten Bürgerinnen und Bürger unter „Sekte“
eine Gruppe, die „gefährlich“ ist (was immer das dann
auch bedeuten mag), die Menschen mittels „Gehirnwäsche“
in ihren Bann zieht, ohne, dass „das ahnungslose Opfer“
etwas davon merkt. Demgegenüber sei unter anderem festzustellen, dass
Aufgrund der Vielschichtigkeit des Begriffes und wegen der oft plakativen Verurteilung, die mit der unkritischen Benutzung des „Sektenbegriffs“ einhergeht, verzichten wir weitgehend auf die Verwendung des Begriffes (gemäß der Empfehlung der Enquete-Kommission). Wir sind stattdessen
darum bemüht, von vornherein zu differenzieren und die mannigfaltigen
Problem, von denen Anfragende und Ratsuchende zu berichten wissen, ganzheitlicher
zu erfassen. Zur Verdeutlichung: Wir benutzen in der Regel den Begriff „Sekten“ nicht, sind uns aber durchaus darüber im Klaren, dass es Gruppen und Ideologien gibt, die für ihre Mitglieder bzw. Anhänger zerstörerische Impulse implizieren. Unsere Aufgabe ist es daher, Ratsuchenden bestmöglich zu helfen, psychologische und strategische Zusammenhänge zu erläutern und vor konfliktträchtigen Gruppen zu warnen. Dies soll jedoch in einer Weise geschehen, die das kritisiert, was kritikwürdig ist, ohne das zu verleugnen, was als unproblematisch gelten darf. Wer es jedoch ernst mein mit der Konkretisierung und Differenzierung, muss zwangsläufig auf den Stempel „Sekte“ verzichten. Ob man deshalb dann „zahnlos“ gelten muss oder vielmehr als glaubwürdiger gelten darf, ist wohl nur durch die geleistete Arbeit zu belegen.
Axel Seegers Dies ist eine Seite
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